Spezialfolge #1

Dieser grau eingefärbte Mittwoch im April zeigte sich bis zum Mittag unspektakulär. Mein Puls ebenso. 

Doch dann ging es ans Packen: 2 Tischmikrophone, Mischpult, Kabelei, Festplatte, Zettel und Stift. Mein Herz schlug spürbar schneller. „Alles beisammen.“, dachte ich mir und war im Geiste eigentlich schon im Flur beim Anziehen. Die Tram sollte gleich kommen. Ich wollte früher in der Südbrause sein, um Technik und Aufregung zu richten. Doch da leuchtete was auf. 

Ich schielte zum Handy. Aline, die sich ein paar Tage zuvor noch krank gemeldet hatte, rief an. Nun kam es doch ein wenig anders – sehr zur Freude meines Nervensystems. Ein paar Minuten und Lacher später landete ein drittes Mikrophon in meiner Tasche. Nun also doch zu dritt, wie ursprünglich geplant. Sehr schön.

Der gemeinsam erdachte Rahmen dieser Podcast-Spezialfolgen mit dem Untertitel „Leipziger Gespräche“ bereitete mir kurz vor ihrer ersten Umsetzung doch ganz schön viel Aufregung: Aline und ich unterhalten uns mit einem unbekannten Menschen über ein Thema, das unser Gast bestimmt und uns erst kurz vor Aufnahme des Gesprächs mitteilt. Spannendes Neuland. Nun ja. Wir wollten es so. 

Am Ort des Geschehens angekommen, beschäftigte ich mich erst mal mit dem Verrücken von Tischen und Stühlen in der für uns reservierten Sofaecke in der oberen Ebene der Südbrause. Es sollte doch jede von uns eine gute Sprechhaltung einnehmen können. Alle sollten hinterher gut zu hören sein, Nebengeräusche und Musik eher weniger. 

Dann kam Aline dazu. Zusammen konnten wir noch diesen einen schweren Tisch anheben und ihn angemessen positionieren. Zwischen Kabeln und Zetteln wurden Realitäten kurz abgeglichen, gefühlte Nervosität und Anspannung dafür etwas länger. Da half nur ein Getränk. Aline machte den Anfang und ging runter zum Tresen. 

Ich war mit dem Verrücken eigentlich auch fertig, wollte aber schon mal einen ersten Soundcheck anschließen. Mit dicken Kopfhörern auf den Ohren bemerkte ich fast nicht, wie Aline und eine zweite Person plötzlich im Raum standen. „Ich hab da jemanden mitgebracht.“ 
Da war sie – Charlotte. 

Schon ihre erste Mail auf unsere Anzeige wirkte sympathisch. Dieser erste geschriebene Eindruck sollte sich im Laufe unserer anfänglichen Plauderei deutlich verstärken. Wir hatten ein gutes Gefühl – das sah ich Aline an und entnahm es meiner inneren Euphorie und Lust, mich auf das Kommende einzulassen. 

Alles war bereit: Der Aufnahmepegel gecheckt, Tassen und Gläser gefüllt, Köpfe und Münder bereit zum Sprudeln. Charlotte nannte ihr Thema: „Wo möchte ich mit meinem Leben hin?“

„Boom!“, dachte ich mir – eine Frage, die ein breites Spektrum an Aspekten verspricht und sehr in Aline und mir resonierte. Die entsprechenden Beweise dafür produzierte die nächste viertel Stunde, in der Aline und ich uns zum alleinigen Brainstorming zurückzogen: Was zuerst und wie viel davon? Naja, erstmal anfangen. 

Die darauffolgenden knapp 60 Minuten wurden zu einer wundervollen Begegnung und einem gelungenen ersten „Leipziger Gespräch“. Was für ein toller und facettenreicher Einstieg. Danke Charlotte, dass du ihn uns bereitet hast. 

Autorin: Lisa Becke